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# GLASAPPAUSBV_2023
**Verordnung über die Berufsausbildung zum Glasapparatebauer und zur Glasapparatebauerin**
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Dieses Verzeichnis enthält die einzelnen Paragraphen dieses Gesetzes.
- [§ 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes](§1.md)
- [§ 2 Dauer der Berufsausbildung](§2.md)
- [§ 3 Gegenstand der Berufsausbildung und Ausbildungsrahmenplan](§3.md)
- [§ 4 Struktur der Berufsausbildung und Ausbildungsberufsbild](§4.md)
- [§ 5 Ausbildungsplan](§5.md)
- [§ 6 Zeitpunkt](§6.md)
- [§ 7 Inhalt](§7.md)
- [§ 8 Prüfungsbereiche](§8.md)
- [§ 9 Prüfungsbereich „Bearbeiten von Glaserzeugnissen“](§9.md)
- [§ 10 Prüfungsbereich „Glaseigenschaften“](§10.md)
- [§ 11 Zeitpunkt](§11.md)
- [§ 12 Inhalt](§12.md)
- [§ 13 Prüfungsbereiche](§13.md)
- [§ 14 Prüfungsbereich „Herstellen von Glasapparaten“](§14.md)
- [§ 15 Prüfungsbereich „Bearbeiten von Halbzeugen“](§15.md)
- [§ 16 Prüfungsbereich „Technologie im Glasapparatebau“](§16.md)
- [§ 17 Prüfungsbereich „Herstellungsprozesse“](§17.md)
- [§ 18 Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“](§18.md)
- [§ 19 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschluss- oder Gesellenprüfung](§19.md)
- [§ 20 Mündliche Ergänzungsprüfung](§20.md)
- [§ 21 Inkrafttreten, Außerkrafttreten](§21.md)

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# § 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes
Der Ausbildungsberuf mit der Berufsbezeichnung des Glasapparatebauers und der Glasapparatebauerin wird staatlich anerkannt nach
1.§ 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe nach Anlage A Nummer 40 Glasbläser und Glasapparatebauer der Handwerksordnung und
2.§ 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes.

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# § 10 Prüfungsbereich „Glaseigenschaften“
(1) Im Prüfungsbereich „Glaseigenschaften“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
1.Qualitätsmerkmale von Halbzeugen und Glasapparaten unter Berücksichtigung physikalischer und chemischer Eigenschaften von Glas zu erfassen,
2.sowohl Mess- als auch Prüfmittel unter Berücksichtigung von Aufbau und Funktion aufgabenbezogen auszuwählen und die Auswahl zu begründen,
3.Werkzeuge und Maschinen unter Berücksichtigung von Bearbeitungsverfahren auszuwählen und die Auswahl zu begründen,
4.Reinigungs- und Wartungsmaßnahmen für Werkzeuge und Maschinen zu erläutern,
5.Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu berücksichtigen und
6.wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und die Vorgehensweise zu begründen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

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# § 11 Zeitpunkt
(1) Die Abschluss- oder Gesellenprüfung findet am Ende der Berufsausbildung statt.
(2) Den Zeitpunkt legt die zuständige Stelle fest.

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# § 12 Inhalt
Die Abschluss- oder Gesellenprüfung erstreckt sich auf
1.die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie
2.den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.

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# § 13 Prüfungsbereiche
Die Abschluss- oder Gesellenprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:
1.„Herstellen von Glasapparaten“,
2.„Bearbeiten von Halbzeugen“,
3.„Technologie im Glasapparatebau“,
4.„Herstellungsprozesse“ sowie
5.„Wirtschafts- und Sozialkunde“.

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# § 14 Prüfungsbereich „Herstellen von Glasapparaten“
(1) Im Prüfungsbereich „Herstellen von Glasapparaten“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
1.Anforderungen von Kunden und Kundinnen zu ermitteln,
2.Fertigungszeichnungen zu erstellen,
3.Materiallisten anzufertigen und Material zu disponieren,
4.Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen auszuwählen und vorzubereiten,
5.einen Glasapparat herzustellen,
6.die Eigenschaften von Glasapparaten zu überprüfen und Ergebnisse zu dokumentieren,
7.Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu ergreifen sowie
8.wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(2) Für die Herstellung eines Glasapparates nach Absatz 1 Nummer 5 kommen in Betracht:
1.ein Glasapparat zur Destillation,
2.ein Glasapparat zur Extraktion,
3.ein Wärmetauscher,
4.ein Glasapparat zur Dosierung und Regelung von Flüssigkeiten und Gasen,
5.ein Glasapparat für Reaktionen,
6.ein Glasapparat zur qualitativen und quantitativen Analyse physikalischer oder chemischer Eigenschaften,
7.ein Glasapparat für die Vakuumtechnik,
8.ein Glasapparat mit Filterplatten und
9.ein Glasapparat zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten und Gasen.
(3) Bei der Herstellung des Glasapparates nach Absatz 2 sind die Tätigkeiten der folgenden Nummern 1 bis 4 sowie nach Wahl des Prüflings zwei der Tätigkeiten der folgenden Nummern 5 bis 13 zu Grunde zu legen:
1.Glasrohre mit gleichen und unterschiedlichen Durchmessern zentrisch zusammensetzen,
2.Glasrohre mit gleichen und unterschiedlichen Durchmessern seitlich zusammensetzen,
3.Glasrohre einseitig oder doppelseitig in Glaskörper einschmelzen,
4.Bauteile und Baugruppen an Glaskörper ansetzen,
5.Kapillarrohre zusammensetzen,
6.Glasrohre in unterschiedlichen Winkeln biegen,
7.Wendeln wickeln,
8.Kugeln aus Glasrohren aufblasen,
9.Glasfilter und Scheiben in Glasrohre einschmelzen,
10.Metalle in Glas einschmelzen,
11.Glasscheiben fügen,
12.Glasrohre in Form einrollen und
13.Halbzeuge formen.
(4) Der Prüfling hat ein Prüfungsstück herzustellen. Vor der Herstellung des Prüfungsstückes hat der Prüfling einen Vorschlag für das Prüfungsstück beim Prüfungsausschuss zur Genehmigung einzureichen. Die Planung, der Verlauf und das Ergebnis der Herstellung des Prüfungsstückes sind mit praxisüblichen Unterlagen zu dokumentieren und zu präsentieren. Nach der Präsentation wird mit dem Prüfling auf der Grundlage der praxisüblichen Unterlagen und der Präsentation ein auftragsbezogenes Fachgespräch über das Prüfungsstück geführt.
(5) Die Prüfungszeit für die Herstellung des Prüfungsstückes sowie für die Dokumentation mit praxisüblichen Unterlagen und für die Erarbeitung der Präsentation beträgt insgesamt 24 Stunden. Die Präsentation dauert höchstens 10 Minuten. Die Prüfungszeit für das auftragsbezogene Fachgespräch beträgt höchstens 15 Minuten.

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# § 15 Prüfungsbereich „Bearbeiten von Halbzeugen“
(1) Im Prüfungsbereich „Bearbeiten von Halbzeugen“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
1.Arbeitsaufträge zu prüfen,
2.Fertigungszeichnungen zu lesen,
3.Arbeitsschritte auf der Grundlage von Fertigungszeichnungen festzulegen,
4.Arbeitsplätze vorzubereiten,
5.Halbzeuge zu trennen,
6.Halbzeuge zu verbinden,
7.Halbzeuge heiß und kalt zu bearbeiten,
8.die Eigenschaften von Glasapparaten zu überprüfen und Ergebnisse zu dokumentieren sowie
9.Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu ergreifen.
(2) Für den Nachweis nach Absatz 1 kommen folgende Tätigkeiten in Betracht:
1.Glasrohre mit gleichen und unterschiedlichen Durchmessern zentrisch zusammensetzen,
2.Glasrohre mit gleichen und unterschiedlichen Durchmessern seitlich zusammensetzen,
3.Glasrohre einseitig oder doppelseitig in Glasrohre einschmelzen,
4.Bauteile und Baugruppen an Glaskörper ansetzen,
5.Kapillarrohre zusammensetzen,
6.Glasrohre in unterschiedlichen Winkeln biegen,
7.Wendeln wickeln,
8.Kugeln aus Glasrohren aufblasen,
9.Glasfilter und Scheiben in Glasrohre einschmelzen,
10.Metalle in Glas einschmelzen,
11.Glasscheiben fügen,
12.Glasrohre in Form einrollen und
13.Halbzeuge formen.
(3) Der Prüfling hat mindestens zwei und höchstens drei Arbeitsproben durchzuführen. Dafür sind Tätigkeiten nach Absatz 2 zu Grunde zu legen. Die Auswahl der Tätigkeiten erfolgt durch den Prüfungsausschuss. Bei der Auswahl der Tätigkeiten ist das Einsatzgebiet zu berücksichtigen, in dem der Prüfling ausgebildet wurde. Sofern der Prüfling in mehr als einem Einsatzgebiet ausgebildet wurde, erfolgt die Auswahl des maßgeblichen Einsatzgebietes durch den Prüfling.
(4) Die Prüfungszeit für die Durchführung der Arbeitsproben beträgt insgesamt 6 Stunden.

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# § 16 Prüfungsbereich „Technologie im Glasapparatebau“
(1) Im Prüfungsbereich „Technologie im Glasapparatebau“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
1.Berechnungen durchzuführen,
2.Rohmaterialien und Werkstoffe sowie Halbzeuge und Glasapparate unter Berücksichtigung von deren Eigenschaften auszuwählen und die Auswahl zu begründen,
3.Verfahren zur Bearbeitung von Rohmaterialien und Werkstoffen auszuwählen,
4.Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen unter Berücksichtigung von Aufbau und Funktion auszuwählen, die Auswahl zu begründen und die Vorbereitung von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und Anlagen zu erläutern,
5.Pflegemaßnahmen für Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen zu planen,
6.Methoden der Nachbehandlung von Glasapparaten und deren Einsatzzweck zu erläutern,
7.die Konformität von Glasapparaten anhand von Angaben aus Skizzen, Fertigungszeichnungen und technischen Begleitunterlagen zu prüfen,
8.Arbeitsergebnisse zu dokumentieren,
9.Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu beurteilen und deren Anwendung zu erläutern sowie
10.wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

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# § 17 Prüfungsbereich „Herstellungsprozesse“
(1) Im Prüfungsbereich „Herstellungsprozesse“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
1.Arbeitsaufträge entgegenzunehmen und zu prüfen,
2.die Vorgehensweise bei der Bearbeitung von Instandsetzungs- und Änderungsaufträgen zu beschreiben,
3.Berechnungen durchzuführen,
4.Arbeitsschritte auf der Grundlage von Fertigungszeichnungen festzulegen,
5.das Einsetzen von Werkzeugen sowie das Bedienen von Geräten, Maschinen und Anlagen darzustellen,
6.das Steuern von Produktionsabläufen zu erläutern,
7.Qualitätsmerkmale von Glasapparaten zu ermitteln,
8.Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen von Qualitätsstandards auszuwählen und zu beschreiben,
9.Arbeitsergebnisse zu dokumentieren,
10.Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu beurteilen und deren Anwendung zu erläutern sowie
11.wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und die Vorgehensweise zu begründen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

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# § 18 Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“
(1) Im Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.
(2) Die Aufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling hat die Aufgaben schriftlich zu bearbeiten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

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# § 19 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschluss- oder Gesellenprüfung
(1) Die Bewertungen der einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:
1.
[Tabelle]
2.
[Tabelle]
3.
[Tabelle]
4.
[Tabelle]
sowie
5.
[Tabelle]
(2) Die Abschluss- oder Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 20 wie folgt bewertet worden sind:
1.im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,
2.im Prüfungsbereich „Herstellen von Glasapparaten“ mit mindestens „ausreichend“,
3.in mindestens drei weiteren Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“ und
4.in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“.
Über das Bestehen ist ein Beschluss nach § 42 Absatz 1 Nummer 3 des Berufsbildungsgesetzes oder nach § 35a Absatz 1 Nummer 3 der Handwerksordnung zu fassen.

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# § 2 Dauer der Berufsausbildung
Die Berufsausbildung dauert drei Jahre.

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# § 20 Mündliche Ergänzungsprüfung
(1) Der Prüfling kann in einem Prüfungsbereich eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragen.
(2) Dem Antrag ist stattzugeben,
1.wenn er für einen der folgenden Prüfungsbereiche gestellt worden ist:
a)„Technologie im Glasapparatebau“,
b)„Herstellungsprozesse“ oder
c)„Wirtschafts- und Sozialkunde“,
2.wenn der Prüfungsbereich nach Nummer 1 Buchstabe a, Buchstabe b oder Buchstabe c schlechter als mit „ausreichend“ bewertet worden ist und
3.wenn die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschluss- oder Gesellenprüfung den Ausschlag geben kann.
Die mündliche Ergänzungsprüfung darf nur in dem Prüfungsbereich nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a, Buchstabe b oder Buchstabe c durchgeführt werden.
(3) Die mündliche Ergänzungsprüfung soll 15 Minuten dauern.
(4) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

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# § 21 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. August 2023 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Glasapparatebauer-Ausbildungsverordnung vom 21. Dezember 1983 (BGBl. I S. 1645) außer Kraft.

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# § 3 Gegenstand der Berufsausbildung und Ausbildungsrahmenplan
(1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage) genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(2) Von der Organisation der Berufsausbildung, wie sie im Ausbildungsrahmenplan vorgegeben ist, darf von den Ausbildenden abgewichen werden, wenn und soweit betriebspraktische Besonderheiten oder Gründe, die in der Person des oder der Auszubildenden liegen, die Abweichung erfordern.
(3) Die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit nach § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes erlangen. Die berufliche Handlungsfähigkeit schließt insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren bei der Ausübung der beruflichen Aufgaben ein.

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# § 4 Struktur der Berufsausbildung und Ausbildungsberufsbild
(1) Die Berufsausbildung gliedert sich in:
1.berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten und
2.integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind in Berufsbildpositionen gebündelt.
(2) Die Berufsbildpositionen der berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:
1.Herstellen von Skizzen und Fertigungszeichnungen,
2.Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen,
3.Trennen von Glaserzeugnissen,
4.manuelles Heißbearbeiten von Rohmaterialien und Werkstücken,
5.maschinelles Heißbearbeiten von Rohmaterialien und Werkstücken,
6.Kaltbearbeiten von Rohmaterialien und Werkstücken,
7.Herstellen von Glasapparaten,
8.Nachbehandeln von Glasapparaten,
9.Messen und Prüfen von Halbzeugen und Glasapparaten,
10.Einsetzen und Warten von Arbeitsmitteln,
11.Instandsetzen und Ändern von Halbzeugen und Glasapparaten und
12.Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen.
(3) Die Berufsbildpositionen der integrativ zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:
1.Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht,
2.Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,
3.Umweltschutz und Nachhaltigkeit und
4.digitalisierte Arbeitswelt.
(4) Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der in den Absätzen 2 und 3 genannten Berufsbildpositionen sind in mindestens einem der folgenden Einsatzgebiete zu vermitteln:
1.Borosilikatglas,
2.Quarzglas oder
3.Weichglas.
Der Ausbildende legt fest, in welchem Einsatzgebiet oder in welchen Einsatzgebieten die Vermittlung erfolgt.

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# § 5 Ausbildungsplan
Die Ausbildenden haben spätestens zu Beginn der Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans für jeden Auszubildenden und für jede Auszubildende einen Ausbildungsplan zu erstellen.

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# § 6 Zeitpunkt
(1) Die Zwischenprüfung soll im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden.
(2) Den Zeitpunkt legt die zuständige Stelle fest.

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# § 7 Inhalt
Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf
1.die im Ausbildungsrahmenplan für die ersten drei Ausbildungshalbjahre genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie
2.den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.

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# § 8 Prüfungsbereiche
Die Zwischenprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:
1.„Bearbeiten von Glaserzeugnissen“ und
2.„Glaseigenschaften“.

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# § 9 Prüfungsbereich „Bearbeiten von Glaserzeugnissen“
(1) Im Prüfungsbereich „Bearbeiten von Glaserzeugnissen“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
1.Fertigungszeichnungen zu lesen,
2.Arbeitsaufträge zu prüfen,
3.Arbeitsschritte zu planen,
4.Berechnungen von Materialbedarfen und Maßen durchzuführen,
5.Arbeitsplätze einzurichten,
6.Glaserzeugnisse zu trennen,
7.Glaserzeugnisse zu bearbeiten,
8.Maße von Glaserzeugnissen entsprechend der Angaben von Fertigungszeichnungen zu überprüfen,
9.Maßnahmen zur Qualitätssicherung, zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit umzusetzen und
10.wesentliche fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und seine Vorgehensweise zu begründen.
(2) Für den Nachweis nach Absatz 1 sind drei der folgenden Tätigkeiten zu Grunde zu legen:
1.Glasrohre mit einem Durchmesser von bis zu 20 Millimetern seitlich und mit einem Durchmesser von bis zu 26 Millimetern zentrisch zusammensetzen,
2.Kegelhülsen bis Normschliff 19 auftreiben,
3.Glasrohre mit einem Durchmesser von bis zu 16 Millimetern biegen,
4.Kugeln mit einem Durchmesser von bis zu 30 Millimetern blasen oder
5.Glasrohre in Glasrohre mit einem Durchmesser des Außenrohres von bis zu 30 Millimetern einseitig und doppelseitig einschmelzen.
(3) Der Prüfling hat zwei Arbeitsproben durchzuführen. Dafür sind die Tätigkeiten nach Absatz 2 zu Grunde zu legen. Die Auswahl der Tätigkeiten erfolgt durch den Prüfungsausschuss. Bei der Auswahl der Tätigkeiten ist das Einsatzgebiet zu berücksichtigen, in dem der Prüfling ausgebildet wurde. Sofern der Prüfling in mehr als einem Einsatzgebiet ausgebildet wurde, erfolgt die Auswahl des maßgeblichen Einsatzgebietes durch den Prüfling. Nach der Durchführung der Arbeitsproben wird mit dem Prüfling ein auftragsbezogenes Fachgespräch über die Arbeitsproben geführt.
(4) Die Prüfungszeit für die Durchführung der Arbeitsproben beträgt insgesamt 5 Stunden. Das auftragsbezogene Fachgespräch dauert höchstens 10 Minuten.